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Abrechnung von parodontalchirurgischen Maßnahmen und PZR

Bei der professionellen Zahnreinigung (PZR) handelt es sich um eine Maßnahme, die zur Vorbeugung gegen Karies oder im Zusammenhang mit einer Parodontalbehandlung medizinisch notwendig ist.


Leistungsinhalt der PZR ist die maschinelle Konturierung oder Rekonturierung der Zahnoberflächen, die instrumentelle Bearbeitung der Wurzeloberflächen sowie die Feinreinigung, ggf. mit dem Pulverstrahlgerät einschließlich Politur sämtlicher Zahnoberflächen mit Polierpasten. Abgeschlossen wird die professionelle Zahnreinigung in der Regel mit der Fluoridierung des gesamten Gebisses.

Die Anwendung des Pulverstrahlgerätes ist Leistungsinhalt der PZR und nicht zusätzlich als Analogposition zu berechnen. Da es sich bei der PZR um eine medizinisch notwendige Leistung handelt, erfolgt die Berechnung entsprechend der GOZ vom 01.01.2012 nach der Gebührenposition 1040 GOZ.

Die Berechnung der PZR als Verlangensleistung gemäß § 2 Abs. 3 GOZ ist nur dann möglich, wenn die Zahnreinigung ausschließlich auf Wunsch des Patienten aus rein kosmetischen Gründen durchgeführt wird.

Die Berechnung der Gebührenpositionen 4050, 4055, 4070 und 4075 GOZ ist in der gleichen Sitzung an denselben Zähnen neben der PZR nach GOZ 1040 nicht möglich – auch dann nicht, wenn die PZR durch die fortgebildete zahnmedizinische Mitarbeiterin und die parodontalchirurgischen Maßnahmen durch den Zahnarzt durchgeführt werden.

Nach dem Zahnheilkundegesetz hängen Art, Inhalt und Umfang der Delegation von den verschiedenen gesetzlichen Vorgaben, der Qualifikation des Mitarbeiters/der Mitarbeiterin, von der Art der Leistung und von Befund und Diagnose des konkreten Krankheitsfalles sowie der Compliance des Patienten ab.

Die Berechnung von „Pauschalbeträgen“ ist gemäß der GOZ vom 01.01.2012 nicht möglich.

Die zahnärztlichen Leistungen, die im Zuge einer PAR-Vorbehandlung durchgeführt werden, sind in der GOZ vom 01.01.2012 enthalten. Auch hier ist die Berechnung von Pauschalbeträgen nicht möglich.

Im Zuge der PAR-Vorbehandlung sind sowohl die Gebührenpositionen 4050 und 4055 GOZ als auch die Gebührenposition 1040 GOZ für die PZR (in getrennter Sitzung) zu berechnen. Die Kontrolle nach Entfernung harter und weicher Zahnbeläge oder professioneller Zahnreinigung erfolgt in der Folgesitzung nach der Gebührenposition 4060 GOZ. Für das Erstellen des Mundhygienestatus und die Mundhygienekontrolle sind bei der PAR-Vorbehandlung die Gebührenpositionen 1000 und 1010 GOZ zusätzlich berechnungsfähig.

Die Berechnung der PZR erfolgt auch beim gesetzlich versicherten Patienten nach der Gebührenposition 1040 GOZ. Die PAR-Vorbehandlung ist nicht im BEMA enthalten und erfolgt ebenfalls nach der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ).

Erfolgt eine PZR oder eine PAR-Vorbehandlung bei einem gesetzlich versicherten Patienten, ist vor der Behandlung eine Vereinbarung nach § 8 Abs. 7 BMV-Z zu treffen. Die zusätzliche Erstellung eines Heil- und Kostenplanes wird durch einige regionale KZVen empfohlen.