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Bema vs. GOZ: Bema 19 oder GOZ 2270?

Im täglichen Praxisalltag stellt sich immer wieder die Frage, wann anstelle der Bema 19 eine GOZ-Position in Ansatz gebracht werden darf.


Die Regelversorgung schließt das Provisorium nach GOZ aus. Ebenso schließt die andersartige Versorgung das Provisorium nach Bema aus. Wie verhält es sich aber bei einer gleichartigen Versorgung?

Die Gebührenposition Bema 19 beschreibt den Schutz eines beschliffenen Zahnes und dient der Sicherung der Kaufunktion durch eine provisorische Krone oder provisorischen Ersatz eines fehlenden Zahnes durch ein Brückenglied.

Gemäß den Kassenrichtlinien gilt ein im direkten Verfahren hergestelltes Provisorium als ausreichend – dieses kann mittels Abformung oder Formgebungshilfe hergestellt werden oder durch Umarbeitung einer vorhandenen Restauration.

Die Abrechnungsbestimmung der Bema 19 besagt, dass die Position höchstens zweimal je Zahn abgerechnet werden darf – jedes weitere Provisorium muss privat vereinbart werden.

Weiterhin gilt, wenn eine implantatgetragene Krone nicht den festgelegten Ausnahmefällen entspricht, so ist eine provisorische Krone nach Bema 19i nicht abrechenbar.

Darüber hinaus vertritt die KZBV, dass ein im zahntechnischen Labor hergestelltes Provisorium grundsätzlich nicht zur vertragszahnärztlichen Versorgung gehört. Des Weiteren sind metallarmierte bzw. -verstärkte Provisorien oder reine Metallprovisorien ebenfalls privat zu vereinbaren.

Auch ist die abnehmbare Hülse seit 01.01.2004 nicht mehr Bestandteil des BEMA, da konfektionierte Hülsen zum Schutz eines beschliffenen Zahnes nicht mehr als zweckmäßig angesehen werden.

Jedoch ist generell die Wirtschaftlichkeit nach § 12 SGB V zu beachten. Wird z. B. ein direkt hergestelltes Provisorium im zahntechnischen Labor aufwendig hochglanzpoliert oder zusätzlich charakterisiert, übersteigt dies das Maß von ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich und ist daher der GOZ zuzuordnen.