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Eigenabrechnung oder Fremdabrechnung?

Ein Zahnarzt ist neben seiner beruflichen Passion, der Zahnheilkunde, auch Unternehmer. Als solcher ist er daran interessiert, dass die Abrechnung gegenüber seinen Patienten reibungslos funktioniert und die Liquidität der Praxis sichergestellt ist. Dies betrifft nicht nur einen schnellen Rechnungsausgang, sondern auch die Überwachung der Zahlungseingänge sowie die Mahnung säumiger Zahler.

In den letzten Jahren hat die Zahl der Forderungsausfälle in vielen Zahnarztpraxen zugenommen. Auch dadurch bedingt sind in den letzten Jahren vermehrt Abrechnungsgesellschaften, sogenannte Factoring-Unternehmen, am Markt aufgetreten. Factoring bezeichnet den entgeltlichen Verkauf von Forderungen gegenüber Patienten durch den Zahnarzt an ein Factoring-Unternehmen. Das Factoring-Unternehmen übernimmt im Gegenzug Dienstleistungen wie beispielsweise die Rechnungsweiterleitung an den Patienten, Portogebühren, die Zahlungsüberwachung, die Mahnung bis hin zur Forderungsbeitreibung vor Gericht. Beim Factoring müssen zwei Varianten unterschieden werden: das echte und das unechte Factoring. Der Unterschied liegt in der Übernahme des Ausfallrisikos (= Delkredererisiko). Dies wird beim echten Factoring von dem Factoring-Unternehmen getragen. Der Zahnarzt erfährt also nicht nur Entlastung bei der zeitraubenden Verwaltungsarbeit, sondern auf Wunsch auch sofortige Liquidität. Auch wenn die Entlastung des Praxisteams, die Sicherstellung der Liquidität und die Übernahme des Ausfallrisikos der Praxis entscheidende Sicherheit geben, stehen immer noch viele Zahnärzte der Dienstleistung „Factoring“ kritisch gegenüber. Sie vermuten, dass Factoring generell zu kostspielig sei und sich nur für große Zahnarztpraxen lohnen würde. Dabei wird häufig vergessen, die Zeitersparnis durch die Verwaltungsentlastung in die Kalkulation einzubeziehen.

Wie aber kann ein Zahnarzt feststellen, ob es für seine Praxis lohnenswert ist, ein Factoring-Unternehmen zu beauftragen? Welche Kalkulation muss er vornehmen? Welche Kosten und sonstige Faktoren müssen für eine derartige Berechnung herangezogen werden? Damit diese Fragen präzise beantwortet werden können, haben die Deutschen Zahnärztlichen Rechenzentren (DZR) ein onlinebasiertes und intuitives Service-Tool entwickelt – die FactoringMatrix. Sie steht seit Ende 2016 allen Interessierten kostenfrei unter www.factoringmatrix.de oder www.dzr.de zur Verfügung – sowohl auf dem Computer als auch auf mobilen Endgeräten wie Tablets.

Fundierte Analyse in wenigen Schritten

Die Bedienung der FactoringMatrix ist bewusst einfach und intuitiv. In drei Themenbereichen sind Angaben zur Struktur des Patientenstamms, zur Praxis und zu den Finanzen zu tätigen. Im Anschluss erhält der Nutzer direkt seine individuelle Auswertung  mit zwei Schwerpunkten – einer tabellarischen Auswertung und einer grafischen Gegenüberstellung von Eigenabrechnung und Fremdabrechnung. In tabellarischer Form erhält der Nutzer eine detaillierte Kostenkalkulation auf Monats- und Jahresbasis bei der Abrechnung in Eigenregie. Die Gegenüberstellung der Kosten bei Selbst- und Fremdabrechnung wird grafisch aufbereitet. Auf diese Weise sieht der Nutzer auf einen Blick mögliche Kosteneinsparungen durch einen Wechsel der Abrechnungsform. Das Ergebnis der Kalkulation steht dem Zahnarzt auch für eine eventuelle spätere Beratung beim Finanz- oder Steuerberater zur Verfügung.