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Einschleifen, scharfe Kanten beseitigen, subtraktive Maßnahmen oder grobe Vorkontakte beseitigen – was wird wann berechnet?

Für das Einschleifen bzw. die subtraktiven Maßnahmen an den Zähnen werden in der Gebührenordnung für Zahnärzte verschiedene Gebührenziffern angegeben, die jedoch bei unterschiedlichen Behandlungsmaßnahmen zu berechnen sind.

Als Vorbereitung vor prothetischen Behandlungen sind oft grobe Vorkontakte zu beseitigen. Hierfür sieht die Gebührenordnung für Zahnärzte die Position GOZ 4040 vor:

„Beseitigung grober Vorkontakte der Okklusion und Artikulation durch Einschleifen des natürlichen Gebisses oder bereits vorhandenen Zahnersatzes, je Sitzung“.

Die Beseitigung von groben Störungen der Okklusion, gegebenenfalls auch nur an einem Zahn, werden nach GOZ 4040 berechnet. Die Berechnung ist nur einmal pro Sitzung, jedoch in mehreren getrennten Sitzungen möglich.

Die Leistung ist sowohl bei Maßnahmen an natürlichen Zähnen, an Restaurationen, an Rekonstruktionen als auch an vorhandenem Zahnersatz berechnungsfähig.

Die Leistung ist nicht berechnungsfähig zur funktionellen Optimierung von Kronen, Brücken und anderem  Zahnersatz im Zusammenhang mit deren Eingliederung – auch nicht in einer Folgesitzung!

Eine Berechnung der GOZ 4040 neben den GOZ 2130, GOZ 4030 und GOZ 8100 an verschiedenen Stellen in der gleichen Sitzung ist nicht ausgeschlossen. Eine aussagekräftige Dokumentation über die jeweils durchgeführte Leistung ist dabei unbedingt erforderlich.

Zu unterscheiden ist, dass die GOZ 4030
„Beseitigung von scharfen Zahnkanten, störenden Prothesenrändern und Fremdreizen am Parodontium“ je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich  berechenbar  ist,  wobei in der Rechnung unbedingt die getrennten Stellen angegeben sein müssen (OK/UK ist nicht ausreichend).

Die GOZ 2130

„Kontrolle, Finieren/Polieren einer Restauration in separater Sitzung, auch Nachpolieren einer vorhandenen Restauration“

ist dagegen je getrennte Restauration zu berechnen. Auch hier ist die Dokumentation der finierten/polierten Restauration ausführlich zu dokumentieren.

Die Berechnung für das Feineinschleifen im Rahmen einer funktionsanalytischen und -therapeutischen Behandlung erfolgt nach GOZ 8100

„Systematische subtraktive Maßnahmen am natürlichen Gebiss, am festsitzenden und/oder herausnehmbaren Zahnersatz, je Zahnpaar“.

Als Zahnpaar gelten die sich unmittelbar gegenüberliegenden Zähne im Ober- und Unterkiefer.

Die Bundeszahnärztekammer weist darauf hin, dass

okklusale Korrekturen im Zusammenhang mit der Eingliederung von neuem Zahnersatz nicht unter diese Gebührennummern fallen.