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Entfernung von Bögen ist nicht mit den GOZ-Ziffern 6140 und 6150 abgegolten

Das Ausgliedern von Bögen ist nicht Leistungsinhalt der GOZ Ziffern 6140 und 6150. Diese beinhalten das Anpassen, die Einprobe, das Einsetzen und das Einligieren eines Bogens. Nach Auffassung der Bundeszahnärztekammer ist daher die gesonderte Berechnung nach GOÄ 2702 korrekt.

 

 

Auch das VG Stuttgart (Az.: 12 K 3839/12 vom 24.04.2014) vertritt diese Auffassung. Unter ausdrücklicher Bezugnahme zum Kommentar der Bundeszahnärztekammer gelangte das Gericht zu der Überzeugung, dass die Entfernung eines Bogens nicht von der Leistungsbeschreibung der Geb.-Nr. 6150 GOZ erfasst werde und im Gebührenverzeichnis der GOZ auch keine andere Gebührennummer aufgeführt sei, die diese Leistung enthalte. Da dem Zahnarzt gemäß § 6 Abs. 2 GOZ der Zugriff auf die Geb.-Nr. 2702 GOÄ explizit gestattet sei und deren Leistungsinhalt (auch) durch die Entfernung eines Bogens erbracht werde, sei der Ansatz dieser Gebührennummer rechtlich nicht zu beanstanden.

Ein weiteres Urteil des AG Ludwigsburg vom 19.07.2017 (Az.: 6C 2064 16) bestätigt nach Anhörung eines Sachverständigen ebenfalls, dass die Position 6150 GOZ die Entfernung des Bogens gerade nicht umfasst und zeigt mit den Positionen GOÄ-Nr. 2702 und GOZ-Nr. 2290 zwei unterschiedliche Möglichkeiten für die Berechnung auf.

Bereits am 10.01.2014 hat das Amtsgericht Pankow/Weißensee (Az.: 6 C 46/13) die Berechnung nach GOZ 2290 bescheinigt – eine Variante, die auch der Bund der Kieferorthopäden (BDK) vertritt.