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Das Gesundheitswesen und seine Akteure sind ständig Neuerungen ausgesetzt. Diese können gesetzlicher, technologischer, prozessualer oder gesellschaftlicher Natur sein.

Damit Sie zu den Ersten gehören, die über Neuigkeiten von uns informiert sind,  finden Sie hier alle aktuellen Nachrichten, Artikel und Informationen aus der Welt der DZR.

EU-Quecksilberverordnung

Seit dem 01. Januar 2018 gilt die neue EU-Quecksilberverordnung in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union.

Die sogenannte Minamata-Konvention hat den Zweck der Reduzierung des weltweiten Quecksilberverbrauchs zum Schutz der Umwelt und der Gesundheit. Neben anderen Arten der Quecksilberverwendung regelt die Verordnung, die für die Zahnarztpraxen relevante künftige Nutzung von Dentalamalgam.

Die wichtigsten Punkte haben wir für Sie zusammengefasst:

• Seit dem 01. Juli 2018 darf Dentalamalgam EU-weit bei Kindern unter 15 Jahren, Schwangeren und stillenden Müttern nur noch in medizinischen Ausnahmefällen verwendet werden.

• Ab dem 01. Januar 2019 darf Amalgam nur noch in vordosierter, verkapselter Form verwendet werden. Die Verwendung von Quecksilber in loser Form ist ab diesem Zeitpunkt verboten.

• Ebenfalls ab dem 01. Januar 2019 müssen Zahnarztpraxen sicherstellen, dass Amalgamabscheider, die nach dem 01. Januar 2018 in Betrieb genommen wurden, eine Rückhaltequote von mindesten 95 % der Amalgampartikel leisten. Alle vorher in Betrieb genommenen Geräte müssen ebenfalls ab dem 01. Januar 2021 diese Voraussetzung erfüllen.

Auf die am 01. Juli 2018 in Kraft getretene Bestimmung möchten wir nachfolgend genauer eingehen und erläutern, was diese Verordnung für die künftige Abrechnung in der Praxis bedeutet. Fest steht, das Einbringen von Amalgam ist nur noch in medizinischen Ausnahmefällen bei den oben genannten Personengruppen möglich. Welche konkrete Änderung das zur Folge hat, erläutert der KZBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Wolfgang Eßer: 

„Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf eine qualitativ hochwertige und zuzahlungsfreie Zahnfüllung. Jedoch darf Amalgam in den Praxen entsprechend der EU-Verordnung für die genannten Patientengruppen ab jetzt regelhaft nicht mehr verwendet werden. Deshalb haben wir uns mit den Krankenkassen darauf verständigt, dass in diesen Fällen stattdessen künftig ein alternatives Füllungsmaterial gewählt werden muss. Dafür können auch aufwendigere Kunststofffüllungen in Frage kommen“, 
Pressemitteilung vom 29. Juni 2018.

Das heißt, dem gesetzlich versicherten Patienten stehen ab jetzt auch Kunststofffüllungen im Seitenzahnbereich zur Verfügung. Bislang galt dies nur für Patienten mit einer nachgewiesenen Amalgam-Allergie oder einer schweren Niereninsuffizienz.

Die Berechnung erfolgt somit alternativ nach den BEMA-Nrn. 13e, 13f und 13g. Neu aufgenommen in den Bewertungsmaßstab für zahnärztliche Leistungen wurde die Nummer 13h. Diese Position deckt nun die mehr als dreiflächigen Füllungen ab.

Jetzt stellt sich natürlich für viele Zahnarztpraxen die Frage, ob eine Mehrkostenvereinbarung (§ 28 Abs. 2 Satz 2 SGB V) mit dieser Patientengruppe überhaupt noch möglich ist. Leider gibt es hierzu noch keine einheitliche und klare Regelung der KZVen. Jedoch kann der neuen Verordnung unter 1. entnommen werden:

„Mit der Abrechnung der Nr. 13 ist die Verwendung jedes erprobten und praxisüblichen plastischen Füllungsmaterials einschließlich der Anwendung der Ätztechnik und der Lichtaushärtung abgegolten. Eine Zuzahlung durch den Versicherten ist nicht zulässig. Die bundesmantelvertraglichen Regelungen bleiben unberührt.“

Da von der Mehrfarbentechnik jedoch keine Rede ist, hat sich zwischenzeitlich ein Großteil der KZVen dahingehend positoniert, dass eine Mehrkostenvereinbarung auf dieser Grundlage möglich ist.

Wir empfehlen Ihnen, die Meinung der jeweiligen KZV zu erfragen.