Die Veranstaltung war in diesem Jahr mehr als eine reine Fortbildung; für die DZR GmbH markierte sie den Auftakt in ein besonderes Jubiläumsjahr. Am 14. Oktober 1976 wurde die Deutsche Zahnärztliche Rechenzentrum GmbH gegründet. 2026 blickt das Unternehmen damit auf 50 Jahre Dienstleistung für Zahnarztpraxen zurück. DZR‑Geschäftsführer Thomas Schiffer erinnerte zum Kongressstart an wichtige Stationen dieser Entwicklung und gab einen Ausblick auf geplante Aktionen, dazu gehört auch die Namensfindung für das neue DZR‑Maskottchen, eines weißen Bären.
Abrechnung bleibt zentrales Praxisthema
Fachlich bot der Kongress erneut ein breites Spektrum: Christian Lopez Quintero widmete sich den Feinheiten bei Suprakonstruktionen, sein Fokus lag auf typischen Fehlerquellen, die vor allem dann entstehen, wenn implantatgetragene Versorgungen nicht in der gesamten Behandlungsplanung betrachtet werden; er verdeutlichte, dass Therapieschritte medizinisch sinnvoll begründet sein müssen und nicht allein aus monetären Gründen aufgeteilt werden sollten.
Auch die GOZ‑Nr. 9050, der Locator‑Wechsel und Fragen rund um Erneuerungen oder gelockerte Implantatkronen standen im Mittelpunkt. Sabine Schmidt räumte mit Abrechnungsmythen auf, die Praxen erhebliche Honorare kosten können; dazu zählte etwa die Annahme, Analogleistungen seien grundsätzlich nur bis zum Faktor 2,3 berechenbar. Auch bei Anfragen von Kostenträgern, bei sterilen Tüchern in implantologischen Sitzungen oder bei der Delegation parodontaler Leistungen zeigte sie, wie wichtig genaue Kenntnis, Dokumentation und klare interne Abläufe sind.
Sandra Bühler lenkte den Blick auf die digitale Zahntechnik: Fräsen, 3D‑Druck und CAD/CAM‑Workflows verändern nicht nur Herstellungsprozesse, sondern auch die Rechnungsgestaltung. Ihr Appell: digitale Einzelschritte müssen verstanden, dokumentiert und transparent ausgewiesen werden, gerade weil BEB und BEL II digitale zahntechnische Verfahren nur begrenzt abbilden, gewinnen nachvollziehbare Rechnungen und eine saubere Dokumentation an Bedeutung.
Praxisführung, Prävention und Begegnung
Anja Pfaff zeigte anhand der Sportzahnmedizin, welches Potenzial Prävention, Screening und individuelle Schutzkonzepte für Praxen bieten; bei Athletinnen und Athleten sei die Mundgesundheit statistisch nicht besser als im Bevölkerungsdurchschnitt. Themen wie CMD‑Screening, Bruxismus, Abrasionsstatus, Ernährungsberatung und individueller Mundschutz können daher relevante Bausteine einer sportzahnmedizinischen Positionierung sein.
Wilma Mildner stellte die Frage, wie ein Workflow wirklich wirkt, und betonte, dass Fachkompetenz, klare Rollen, strukturierte Kommunikation und eine positive Führungskultur zusammengehören; wer Stärken im Team erkennt, fördert und gezielt nutzt, schafft bessere Abläufe und eine stabilere Praxisorganisation.
Katia Steilemann zeigte, dass schöne Räume nicht automatisch gute Räume sind, denn entscheidend seien Sicherheit, Orientierung, Identität und Entspannung – so kann Praxisgestaltung das Erleben von Patienten und Team spürbar beeinflussen.
Mehr als 260 Teilnehmer informierten sich beim DZR Kongress unter anderem zu den Themen Abrechnung und Praxisführung.
Der Artikel erschien in der Ausgabe 4/2026 des Fachmagazins pip – Praktische Implantologie und Implantatprothetik.
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