Sophie Hobelsberger über ihre Zukunft in der Zahnmedizin

Vor einiger Zeit haben wir Ihnen Sophie Hobelsberger vorgestellt. Neben ihrem Zahnmedizinstudium betreibt sie einen YouTube-Kanal und begeistert dort sowie auf ihrem Instagram-Profil insgesamt knapp 90.000 Abonnenten. Auf ihren Kanälen gibt sie Lerntipps, erstellt eigene Lernpläne und berichtet von ihren Erfahrungen. Ihr Podcast "Der Zahni Podcast" ist auf Spotify und iTunes zu hören.

Aktuell befindet sich Sophie im 7. Semester ihres Studiums. Erinnern Sie sich an Ihre letzten Semester im Zahnmedizinstudium? Wussten Sie bereits konkret, wo es hingehen soll? Wir haben Sophie gefragt, wie sie über ihre berufliche Zukunft nachdenkt. Vielleicht findet sich der ein oder andere von Ihnen ja in ihren Überlegungen wieder...

 

Selbstverständlich kann ich in diesem Beitrag nur von mir und meinen Gedanken schreiben – sicher denken einige meiner Kommiliton*innen anders über ihre Zukunft in der Zahnmedizin als ich.  

Generell sind die Beweggründe für ein Zahnmedizinstudium sehr unterschiedlich, wodurch sich die Frage nach der beruflichen Zukunft für jeden anders stellt. Einige haben direkt am Anfang betont, dass sie sich gut vorstellen könnten, zusätzlich Humanmedizin zu studieren, um in die Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie zu gehen, oder einen Fachzahnarzt für Kieferorthopädie oder Oralchirurgie zu machen. 
Andere hatten eine grobe Ahnung, was sie interessieren könnte, ließen es aber erst einmal auf sich zukommen – zu dieser Gruppe zähle auch ich. 

Im Laufe des Studiums hat sich meine Absicht einige Male geändert und meine Prioritäten liegen inzwischen etwas anders als ich es erwartet hätte. Ursprünglich habe ich mich für das Studium der Zahnmedizin interessiert, weil ich die Kieferorthopädie sehr spannend fand. Als Kind habe ich meine Zahnspange gerne getragen und fand Zähne schon immer besonders ästhetisch. Allerdings musste ich im Studium merken, dass das Biegen von Draht leider nicht zu den Tätigkeiten zählt, die mir liegen und mit denen ich mich gerne beschäftige. Natürlich ist mir bewusst, dass man das Biegen mit der Zeit besser beherrscht, doch ich fand andere Bereiche inhaltlich einfach etwas spannender. 

In der OP-Woche in der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie hat mir vor allem das Assistieren bei den OPs sehr gefallen. Ich durfte eine Knochenplatte festschrauben, ein absolutes Highlight! Vielleicht wäre also eine Spezialisierung in Richtung Oralchirurgie oder Implantologie interessant, aber im Endeffekt möchte ich alles auf mich zukommen lassen. 

Wir befinden uns in schwierigen Zeiten, die auch Studierende nicht unberührt lassen. Vor allem ein so praxisorientiertes Studium wie das der Zahnmedizin wird durch die Pandemie zusätzlich erschwert. Weniger Patienten bieten weniger Übungsmöglichkeiten und natürlich kann man aktuell auch schlecht planen, da man sich stets nach den neuesten Entwicklungen richtet und man immer Gefahr läuft, dass alles wieder komplett heruntergefahren werden muss. 

Vielleicht hat sich deshalb mein Blick auf meinen Weg nach dem Studium geändert. Ich möchte nach abgeschlossenem Studium erst einmal in Ruhe meine Assistenzzeit absolvieren –  am liebsten in einer Zahnarztpraxis mit Bezug zu Social Media, damit ich mich nicht für meine Bloggertätigkeit rechtfertigen muss, sondern mein Knowhow aus diesem Bereich sinnvoll nutzen kann. Für einige Arbeitgeber*innen ist es ein Ausschlusskriterium, dass ich in der Öffentlichkeit stehe. Ich wünsche mir, dass ich mich nicht entscheiden muss zwischen dem gemeinhin als seriös akzeptierten Beruf der Zahnärztin und dem vorurteilsbehafteten Beruf der Influencerin. Außerdem möchte ich mir die Zeit nehmen, um nach meinem Examen herauszufinden, welche Bereiche der Zahnmedizin mich am meisten faszinieren und wo ich mich später langfristig sehe.
Am Anfang der Klinik habe ich einen enormen Druck verspürt, ich müsse nun genau wissen, wo ich hin will. Aber am Ende gibt uns das Studium die Werkzeuge in die Hand, um Behandlungen gut durchzuführen. Routine und ein klarer Fokus kommen bestimmt erst viel später nach dem Examen –  das habe ich so auch schon öfter von Absolvent*innen gehört. Von daher werde ich mich in Geduld üben und einfach abwarten, was sich in Zukunft ergeben wird. Das schadet in der aktuellen Pandemie-Situation sowieso nicht. 

 

Auch Du beendest demnächst Dein Studium und/oder denkst darüber nach, dich gegebenenfalls in den nächsten Jahren selbständig zu machen? Dann ist die OPTI Summer School Deine Chance - denn dort trifft Zahnmedizin auf Praxisgründung! Auch Sophie Hobelsberger wird vor Ort sein und sich gerne mit Dir austauschen.

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