3D-Druck in der Zahntechnik

Kurzüberblick:

  • 3D-Druck ist Teil der modernen Zahntechnik.
  • Digitale Workflows erhöhen Präzision, Reproduzierbarkeit und Effizienz.
  • Gedruckt werden Modelle, Prothesen, Kronen und Schienen.
  • Materialien sind biokompatibel, normiert und indikationsspezifisch einsetzbar.

 

Was bedeutet 3D-Druck in der Zahntechnik?

3D-Druck ist ein fester Bestandteil der zahntechnischen Produktion. Das Verfahren ermöglicht die additive Herstellung dentaler Werkstücke auf Basis digitaler Datensätze und ersetzt oder erweitert in vielen Bereichen konventionelle Guss- oder Frästechniken.

Typische Einsatzbereiche:

  • Arbeits- und Situationsmodelle
  • Langzeitprovisorien (LZP)
  • Aufbiss- und Therapieschienen


Die kontinuierliche Weiterentwicklung des 3D Drucks erweitert Anwendungsbereiche und Materialvielfalt stetig.

 

Welche 3D-Druck-Verfahren werden in der Zahntechnik eingesetzt?

In der Zahntechnik dominieren hochpräzise Druckverfahren mit lichthärtenden oder metallischen Materialien. Sie erfüllen die mikrometergenauen Anforderungen dentaler Anwendungen zuverlässig.

 

Was ist das Filament-Druckverfahren (FDM)?

Das FDM-Verfahren verarbeitet thermoplastische Kunststoffe, die erhitzt und schichtweise extrudiert werden. Die Detailgenauigkeit ist begrenzt, dafür sind die Material- und Gerätekosten gering.

Einsatzbereiche:

  • Modelle
  • Zahnfleischmasken
  • Prothesenbasen


Für Kronen, Brücken oder Präzisionsarbeiten ist FDM nicht geeignet.

 

Was zeichnet den Resin-Druck (SLA/DLP) aus?

Der Resin-Druck härtet flüssige Kunstharze mithilfe von UV-Licht schichtweise aus. Das Verfahren erreicht sehr hohe Detailgenauigkeit und glatte Oberflächen.

Geeignet für:

  • Schienen
  • Langzeitprovisorien
  • Bohrschablonen


SLA- und DLP-Verfahren gelten aktuell als Standard für präzise dentale 3D-Druckanwendungen.

 

Selektives Laserschmelzen (SLM)

Hier wird feines Metallpulver durch einen Hochleistungslaser geschmolzen und Schicht für Schicht aufgebaut.  Dieses Verfahren eignet sich sehr für Modellgussprothese, Kronen- und Brückengerüste sowie Implantatkronen. SLM erfüllt die hohen Anforderungen an Präzision, Stabilität und Materialeigenschaften und ist damit die bevorzugte Methode für metallische 3D-Druckanwendungen in der Zahntechnik.

 

Welche Materialien werden beim 3D-Druck in der Zahntechnik verwendet?

Materialien für den 3D-Druck in der Zahntechnik sind medizinisch zugelassen, biokompatibel und indikationsspezifisch entwickelt.

MaterialtypTypische Anwendung
Kunstharze (Resin)Modelle, Schienen, Provisorien
PMMALangzeitprovisorien
MetallpulverGerüste, Implantatkrone

 

Welche Zukunft hat der Keramikdruck in der Zahntechnik?

Der Keramik-3D-Druck befindet sich in der Entwicklungsphase. Langfristig ist der Einsatz für Kronen, Brücken und Inlays vorgesehen.

Potenziale:

  • Verkürzte Herstellungszeiten
  • Reduzierter Materialverlust

 

Zentrale Herausforderung

Die notwendige Nachbearbeitung durch Sintern ist hochkomplex und entscheidend für die Materialfestigkeit. Es ist ein sehr komplexer Vorgang, und erfordert absolute Präzision. Die Zukunft wird zeigen, ob diese Herausforderungen überwindbar sind und uns den Weg zu 3D gedruckter Keramik freimachen.

 

Wie wirkt sich 3D-Druck auf die zahntechnische Abrechnung aus?

So praktisch und zeitsparend die 3D-Drucktechnologie in der Zahntechnik ist – in der Abrechnung muss genau hingesehen werden: denn der 3D-Druck selbst ist keine eigene abrechenbare Leistung. Abgerechnet wird ausschließlich die erbrachte zahntechnische Leistung. 


Abrechnungsgrundlagen:

  • 3D-Druck ist keine Regelversorgung
  • Digitale Fertigung führt zur Gleichartigkeit
  • Abrechnung erfolgt über BEB 
  • Es existieren keine offiziellen BEB-Nummern für 3D-Druck

 

Wie lassen sich 3D-Druck-Leistungen effizient abrechnen?

Eine strukturierte und transparente Abrechnung vermeidet Umsatzverlust. Bewährt haben sich klar definierte Eigenpositionen.


Empfehlungen:

  • Eigene BEB-Positionen für 3D-Druck-Leistungen
  • Anlegen von Komplexen

 

Wie erfolgt die Kalkulation von 3D-Druck-Leistungen?

3D-Druck reduziert Arbeitszeit, erfordert jedoch eine angepasste Kalkulation. Eine realistische Kostenbewertung basiert auf folgenden Faktoren.


Kalkulationsbasis:

  • Individuelle Planzeit
  • Kostenminutenfaktor

Digitale Kalkulationstools ermöglichen eine transparente und wirtschaftliche Preisfindung.

 

Wie werden 3D-gedruckte Modelle abgerechnet?

3D-gedruckte Modelle können nicht über vorhandene BEL-Modellpositionen oder BEB-Modellnummern abgerechnet werden. Für die Abrechnung muss eine neue BEB-Nummer angelegt und kalkuliert werden. Zusätzlich können die Konvertierung eines IOS und die Anlage der Auftragsdaten für das 3D-gedruckte Modell abgerechnet werden. Im Zahntechnikerbereich ist es zudem möglich, Gipsmodell und 3D-gedrucktes Modell auf derselben Abrechnung zu berücksichtigen.

Wichtige Regeln:

  • 3D-gedruckte Modelle müssen über eine neue BEB-Nummer abgerechnet werden; bestehende Modellpositionen dürfen nicht genutzt werden.
  • Die Konvertierung eines IOS und die Anlage der Auftragsdaten können zusätzlich zum 3D-Modell abgerechnet werden.
  • Digitale Datenerfassung und Materialeinsatz sind bereits in der Leistung enthalten.
  • Gipsmodell und 3D-gedrucktes Modell können theoretisch auf derselben Abrechnung abgebildet werden, wenn korrekt dokumentiert.

 

Da der 3D-Druck Kosten und Arbeitszeit spart, ist eine neue, realistische Kalkulation der Leistungen zwingend notwendig.


Mit dem DZR H1 und dem DZR CharisideRechner unterstützen wir Sie dabei, Ihre zahntechnischen Leistungen digital, transparent und wirtschaftlich zu kalkulieren. 


Basierend auf:

  • individueller Planzeit
  • individueller Kostenminutenfaktor